Jugendarbeitslosigkeit in Europa - Ursprung und Gegenmaßnahmen

Der Stand der Dinge

Die europäische Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag im Februar 2017 bei 19,4 Prozent. Diese Zahl hat sich zwar gegenüber dem Vorjahr verbessert und ist zudem der niedrigste Stand seit 2009, jedoch maskiert sie die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Nationen. Um diese darzustellen helfen folgende Zahlen: In Deutschland liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 6,6% Prozent. Das ist niedriger als sie es in Spanien seit der Einführung des Euro jemals war. In Griechenland, wo sieben Jahre nach dem ersten Rettungspaket immer noch um wirtschaftliche Stabilität gekämpft wird, war die Zahl mit 45,2 Prozent fast siebenmal so hoch wie die Deutschlands. Der Präsident der europäischen Zentralbank Mario Draghi sagte wiederholt, dass die europäische Geldpolitik nicht den ganzen wirtschaftlichen Aufschwung mit Anleihenkäufen stemmen kann, und forderte die Regierungen wiederholt auf, Reformen durchzustzen, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren  (Source: Bloomberg)..

Source: Eurostat

Wieso ist das so?

Es gibt mehrere Ursachen für die hohe Jugendarbeitslosigkeit innerhalb der EU. Erstens: die Finanzkrise von 2008. Der waren junge Menschen aufgrund mangelnder Erfahrung und Schutz am stärksten ausgeliefert. Zweitens führen eine globalisierte Welt und ohnehin schon bestehende Asymmetrien in der EU zu einem starken Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Auf der einen Seite arbeiten junge Menschen in Jobs, für welche sie überqualifiziert sind, oder Arbeitgeber berichten, dass ihre Bewerber erforderliche Fähigkeiten für die angebotene Arbeit nicht besitzen. Diese großen Ungleichgewichte werden durch die Unterschiede in der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik, das Wohlfahrtssystem und das BIP-Wachstum gestützt. 

Die Rolle der Europäischen Union

Die Europäische Union strebt schon länger Maßnahmen an, um der hohen Arbeitslosenquote entgegenzuwirken. Nach einer Ratsempfehlung aus dem April 2013 haben sich alle EU-Länder zur Umsetzung der Youth Guarantee (YG)verpflichtet. Mit der YG verpflichten sich die Mitgliedstaaten dazu, dass alle jungen Menschen unter 25 Jahren, innerhalb von vier Monaten nach Schulabgang oder Beginn ihrer Arbeitslosigkeit ein Angebot für eine zukünftige Beschäftigung, Fortbildung, Lehrlingsausbildung oder ein Praktikum erhalten.

Zusammen mit der YG hat die EU auch die Youth Employment Initiative (YEI) eingeführt. Diese Intiative zielt darauf ab junge Menschen in den Regionen zu unterstützen, wo die Jugendarbeitslosenquote höher als 25% ist. Es sollen zudem ausschließlich junge Menschen unterstützt werden, die weder Ausbildung noch Beschäftigung haben. Langzeitarbeitslose oder solche, die nicht als Arbeitssuchende registriert sind werden nicht unterstützt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass junge Menschen aus den Teilen Europas mit den akutesten Herausforderungen gezielt unterstützt werden.Die YEI leistet zusammen mit dem Europäischen Sozialfond Unterstützung bei der Finanzierung und stellt eine Ergänzung zur Youth Guarantee und anderen auf nationaler Ebene durchgeführten Maßnahmen dar.

Das Gesamtbudget (für alle in Frage kommenden EU-Mitgliedstaaten) der YEI beträgt 6,4 Mrd. € für den Zeitraum von 2014-2020. Da die Arbeitslosigkeit nach wie vor sehr hoch ist, schlug die Kommission am 14. September 2016 vor, den Haushalt der YEI von 6,4 auf 8,4 Mrd. € aufzustocken. Daher werden die Gesamtmittel der YEI für 2017-2020 um 2 Mrd. € erhöht, sollte der Rat und das Europäische Parlament den Vorschlag der Kommission annehmen.

Wenn wir uns die Umsetzung auf nationaler Ebene ansehen, wurden bedeutende Reformen und innovative Maßnahmen im Rahmen nationaler YG Programme eingeführt. So wurde 2015 in Bulgarien ein Netzwerk von Jugendmediatoren eingerichtet, um nichtregistrierte junge Arbeitslose direkt in ihrer  Umgebung zu erreichen und für die Arbeitssuche aktivieren. Jugendmediatoren fungieren als Vermittler mit öffentlichen Einrichtungen, die soziale, gesundheitliche, erzieherische und andere Dienstleistungen erbringen. Das System zur Ausbildung von Lehrlingen in Spanien wurde umfangreichen Strukturreformen unterzogen, die in nur drei Jahren (zwischen 2013 und 2016) zu einer Erhöhung der Zahl der Auszubildenden von 4 000 auf 15 000 führten. Im selben Zeitraum wuchs die Anzahl der Unternehmen, die an der Lehrlingsausbildung teilnahmen, von knapp 500 auf 660. Die EU hat jedem Mitgliedstaat mit erheblichen finanziellen und politischen Mitteln geholfen, einen eigenen nationalen Plan zur Umsetzung der YG Programme zu entwickeln und umzusetzen. Darüber hinaus erleichtert die Kommission den Austausch bewährter Praktiken zwischen den Regierungen. Die geschätzten Gesamtkosten für die Einrichtung von YG Programmen in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union belaufen sich auf rund 50 Mrd. EUR pro Jahr, oder rund 0,7% des europäischen BIP (Quelle: Eurofound). Untätigkeit wäre jedoch viel kostspieliger. Schätzungen zufolge kosten junge Menschen, die nicht in Beschäftigung, Bildung oder Ausbildung sind, die EU 162 Milliarden Euro (1,21% des europäischen BIP) pro Jahr (Quelle: Eurofound). (Quelle: Europäische Kommission).

Der Blick in die Zukunft

Tatsächlich könnte eine bessere Koordination die Lösung der oben genannten Probleme erleichtern. Mehr Programme zur Förderung der Mobilität von Auszubildenden als das ERASMUS Programm, oder die Zentralisierung der Beschäftigungspolitik könnten dabei helfen viele der derzeitigen Asymmetrien zu überwinden. Eines der Ziele von Vox ist es, die europäische Politik zu diesem Thema zu vereinheitlichen und zu optimieren. Der Zusammenschluss der verschiedenen Bildungs- und Beschäftigungssysteme könnte die Durchführung europäischer Programme vereinfachen.

The role of Vox

Vox ist die Stimme einer neuen Generation, die sich entschlossen hat, ihre Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen, um die in Europa zurückkehrenden Spaltungen zu überwinden. Dieses Klima von Spannung und Enttäuschung speist sich aus dem Gefühl der Unsicherheit, welches unsere Generation beeinflusst. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und des vorzeitigen Schulabgangs ist hier ein guter Ansatzpunkt. 

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Gianluca Vanni
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